Eigenkapitalquote: Formel, Richtwerte und Bedeutung
Die Eigenkapitalquote ist eine der wichtigsten Bilanzkennzahlen. Sie zeigt, wie viel Prozent des Gesamtkapitals eines Unternehmens aus Eigenmitteln besteht – und ist damit ein zentraler Indikator für finanzielle Stabilität und Kreditwürdigkeit.
Formel zur Berechnung
Eigenkapitalquote = (Eigenkapital ÷ Gesamtkapital) × 100
oder: EK-Quote = (EK ÷ Bilanzsumme) × 100
Berechnungsbeispiel
| Position | Betrag |
|---|---|
| Eigenkapital (Bilanzpassiva) | 350.000 € |
| Gesamtkapital (Bilanzsumme) | 1.000.000 € |
| Eigenkapitalquote | 35 % |
Richtwerte nach Branche
Es gibt keinen universell gültigen Richtwert. Die EK-Quote variiert je nach Branche erheblich:
| EK-Quote | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| < 10 % | ⚠️ Kritisch | Hohes Insolvenzrisiko, schlechte Bonität |
| 10–20 % | 🔴 Schwach | Geringe Eigenfinanzierung, abhängig von Fremdkapital |
| 20–30 % | 🟡 Ausreichend | Branchenabhängig akzeptabel |
| 30–50 % | 🟢 Gut | Solide Finanzierungsbasis |
| > 50 % | ✅ Sehr gut | Hohe finanzielle Unabhängigkeit |
Bedeutung für Banken und Investoren
Banken nutzen die EK-Quote als wichtigen Bestandteil des Ratings bei Kreditanträgen. Eine hohe EK-Quote signalisiert finanzielle Stabilität und reduziert das Ausfallrisiko – was in bessere Kreditkonditionen mündet. Auch bei der Unternehmensbewertung durch Investoren spielt die EK-Quote eine zentrale Rolle.