GuV-Rechnung: Aufbau und Gesamtkostenverfahren erklärt
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist neben der Bilanz der zweite Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses (§ 242 Abs. 2 HGB). Sie zeigt, wie das Jahresergebnis eines Unternehmens zustande gekommen ist – welche Erträge erzielt und welche Aufwendungen getätigt wurden.
Gesamtkostenverfahren vs. Umsatzkostenverfahren
Das HGB erlaubt zwei Gliederungsformen der GuV:
| Merkmal | Gesamtkostenverfahren (GKV) | Umsatzkostenverfahren (UKV) |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Kosten nach Arten | Kosten nach Funktionen |
| Bestandsveränderungen | Ja, explizit ausgewiesen | Nein, in Herstellungskosten enthalten |
| Verbreitung | Deutschland (häufiger) | International (IFRS-geprägte Unternehmen) |
| Vorteil | Mehr Transparenz bei Kostenarten | Besser für Margen-Analyse nach Produkten |
Aufbau GuV nach Gesamtkostenverfahren (§ 275 HGB)
| Position | + / − |
|---|---|
| Umsatzerlöse | + |
| Bestandsveränderungen fertige/unfertige Erzeugnisse | +/− |
| Sonstige betriebliche Erträge | + |
| Materialaufwand | − |
| Personalaufwand | − |
| Abschreibungen | − |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | − |
| = Betriebsergebnis (EBIT) | |
| Zinserträge / -aufwendungen (Finanzergebnis) | +/− |
| = Ergebnis vor Steuern (EBT) | |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | − |
| = Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag |